II. Italien Reise: Liebe in Verona

12–18 Minuten

Vom Gardasee nach Verona

Die Landschaft vom Gardasee nach Verona war dabei ehrlicherweise weniger spektakulär als erwartet. Nach den malerischen Berglandschaften fuhren wir jetzt durch Felder, Wiesen und graue Industriegebiete.

Ein kurzer Moment von: Das ist jetzt Italien? Ich habe es mir anders vorgestellt …

Und dann fast automatisch ein inneres:

Aber hey, woher denkst du, kommen deine Schuhe und Ledertaschen aus Italien? Sie werden definitiv nicht in barocken Villen genäht.

So viel zur Romantik.

Am späten Nachmittag erreichten wir Verona.

Unser Apartment – oder eher: unser Zimmer – lag unterm Dach eines dreistöckigen Hauses. Begrüßt wurden wir von einer leicht gestressten Russin, die gleichzeitig versuchte, irgendein Problem im Haus zu lösen und uns einzuchecken. Eine Kombination, die erstaunlich gut funktionierte.

Nebenbei erwähnte sie, dass wir uns Küche und Bad mit einem Nachbarn teilen würden.

Nicht ideal. Aber für zwei Nächte? Absolut machbar.

Draußen lag noch diese warme, goldene Herbstsonne über der Stadt, als würde sie den Tag ganz bewusst langsamer machen.

Viel Zeit zum Ankommen brauchte es nicht. Die Stadt zog.

Und obwohl Italien schon ein paar Tage zuvor begonnen hatte, fühlte es sich hier zum ersten Mal wirklich danach an.

Diese besondere Mischung aus warmen Steinen unter den Füßen, italienischer Sprache, die gleichzeitig laut und melodisch ist, kleinen Cafés an jeder Ecke und Menschen, die sich bei einem Kaffee Zeit lassen.

Einfach da zu sein kann sich so wunderschön anfühlen.

Natürlich führte der Weg früher oder später zu Julias Balkon. Klassiker.

Was mich allerdings wirklich irritierte: Fast alle Touristen fassten der Statue an die Brust. Ich stand daneben und dachte mir nur:

Selbst wenn sie aus Bronze ist … irgendwie bleibt es übergriffig.

Verona selbst war gemütlich, warm, goldfarben – so eine Stadt, in der man automatisch langsamer geht, ohne es zu merken. Enge Gassen, weiches Licht, Stimmengewirr, irgendwo klirrendes Geschirr aus einem Restaurant.

Und irgendwo dazwischen entstand ganz von selbst eine Idee für den nächsten Tag: mit dem Skizzenbuch durch die Stadt ziehen, Eindrücke festhalten, ohne Plan, einfach treiben lassen.

Am Abend gab es etwas Einfaches zu essen.

Später lief Eat Pray Love. Ja, Klischee. Aber manchmal passt ein Klischee einfach zu gut, um es wegzulassen.

Und dann stand plötzlich sie vor mir

Irgendwann öffnete sich die Tür zum Stockwerk. „Der angekündigte Nachbar?“ – dachte ich.

Eine freundliche Frauenstimme war zu hören. Neugier setzte sich durch. Und da stand sie – Kulani.

Etwa 25 Jahre alt, aus Colorado, allein in Italien unterwegs. Warm, offen – und mit einer Ausstrahlung, die sofort etwas in mir berührte.

So ein Moment, in dem nichts Großes passiert – und gleichzeitig alles. Es war kein „Oh, wie nett, jemanden kennenzulernen“. Das kannte ich. Das passiert auf Reisen ständig.

Das hier war anders.

Eher eine stille, innere Neugier. Als hätte meine Seele schon etwas erkannt – während mein Verstand noch versuchte, hinterherzukommen.

Wie sich herausstellte, war sie nur für zwei Nächte hier und – wie ich – wollte sie den Tag in Verona nutzen, um die Stadt zu erkunden und etwas zu zeichnen. Ich musste innerlich schmunzeln – denn genau diesen Gedanken und diese Idee hatte ich auch. Und plötzlich stand Kulani vor mir. Und hatte genau das Gleiche vor. Ein wunderbares Zufallsspiel des Schicksals. Oder vielleicht auch einfach gutes Timing des Lebens.

Wir verabredeten uns für den nächsten Tag – ganz selbstverständlich, ohne viel zu überlegen.

Diese völlig unbegründete Vorfreude

Am nächsten Morgen wollte sie früh los, während ich noch etwas Zeit zum Duschen brauchte – also beschlossen wir, uns später in der Stadt zu treffen.

Und dann passierte etwas, das mich selbst kurz irritierte: Diese Vorfreude. So richtig. Und gleichzeitig völlig unbegründet.

Es fühlte sich fast an wie vor einem Date. Komisch? Absolut. Vor allem, wenn man eigentlich ziemlich eindeutig auf Männer steht.

Aber gleichzeitig war dieses Gefühl irgendwie wunderschön.

Denn normalerweise freut man sich auf Menschen, die man kennt. Oder zumindest ein bisschen einschätzen kann.

Hier war nichts davon.

Und trotzdem war da dieses warme, klare Gefühl: Ich freue mich, sie zu sehen. Und ich genoss es, ohne viel darüber nachzudenken.

Als ich losging, hätte ich am liebsten gesungen. Und wahrscheinlich habe ich das sogar – allerdings in einer Version, die nur für mich bestimmt war. Verona musste schließlich nicht alles mitbekommen.

Verona ist eine wunderschöne Stadt – lebendig, voller Stimmen und Bewegungen. Gleichzeitig liegt etwas Weiches in der Luft, fast so, als hätten sich die Jahrhunderte in den warmen Steinen gesammelt.

Zwischen engen Gassen öffnen sich immer wieder kleine Plätze, als würde die Stadt einen ganz sanft einladen, stehen zu bleiben – und ein bisschen länger zu fühlen, statt nur weiterzugehen.

Kein Kennenlernen, sondern ein Wiedersehen

Wir trafen uns irgendwo zwischen kleinen Gassen und offenen Plätzen, setzten uns auf den Marktplatz, bestellten ein Glas Weißwein und holten unsere Skizzenbücher heraus. Und schon nach wenigen Minuten wurde klar, dass es kein Kennenlernen war, sondern ein Wiedersehen. Es gab keinen Smalltalk. Stattdessen waren wir sofort mitten im Gespräch. Über das Leben. Über Wahrnehmung, Übersinnlichkeit, Spiritualität. Über das, was sich nicht immer in Worte fassen lässt.

Und das Erstaunliche war: Es fühlte sich nicht ungewöhnlich oder komisch an. Es passte einfach.

Was mir dabei fast noch mehr auffiel: Mein Englisch war plötzlich kein Problem mehr. Es war nicht perfekt – aber es reichte. Und nicht nur das: Es floss. Als würde es gerade nicht darum gehen, wie etwas gesagt wird, sondern dass es gesagt wird. Oder vielleicht sogar noch mehr: dass es verstanden wird. Mein Englisch war sonst eher … zurückhaltend. An diesem Tag allerdings überraschend kooperativ. Und wir konnten uns verstehen, ohne viel sagen zu müssen.

Die Zeit verging wie im Flug – beim Lachen, Zeichnen, Trinken, Bummeln, Essen und einfach beim Genießen der Stadt.

Und dann kam dieser Moment, der sich im ersten Augenblick fast unscheinbar anfühlte – und im Nachhinein so viel Bedeutung bekam. Sie erzählte, dass sie nach Italien gekommen war, um ein Buch zu schreiben. Ich musste innerlich lachen. Denn genau dieses Vorhaben hatte ich auch. Allerdings still. Nur für mich. Noch nicht ausgesprochen, noch nicht geteilt. Und plötzlich stand es einfach zwischen uns im Raum.

Und wieder dieses Gefühl: Das ist kein Zufall.

Genauso wie das Zeichnen.
Genauso wie diese zwei Tage.
Genauso wie dieser Ort.

Es war, als würden zwei Linien, die lange unabhängig voneinander verlaufen sind, sich genau hier schneiden. Nicht zufällig. Sondern ziemlich präzise.

In diesem Moment erzählte ich ihr, was mir am Gardasee passiert war – und fragte mich, was gewesen wäre, wenn ich dort geblieben wäre. Vielleicht hat mich der Gardasee einfach weitergeschickt, damit ich Kulani begegnen kann. Auch bei ihr gab es eine Geschichte darüber, wie sie ganz „zufällig“ genau an diesen Tagen in Verona gelandet ist. Wir waren beide völlig erstaunt, wie wohl wir uns miteinander fühlten, wie stimmig sich alles anfühlte – und wie faszinierend diese Welt plötzlich wirkte.

Wir liefen weiter durch die Stadt, suchten uns Plätze zum Zeichnen, saßen zwischendurch einfach irgendwo, beobachteten Menschen, schwiegen auch mal. Und auch das war besonders – dieses Schweigen, das nicht unangenehm ist, sondern voll. So eine Stimmigkeit erlebt man selten – selbst mit Menschen, die man lange kennt.

Und hier war sie einfach da.

Von Anfang an.

Als sich ihre Lebensenergie anders anfühlte

Später, fast wie nebenbei, erzählte ich ihr von meiner Gabe, den aktuellen Lebensenergiefluss von Menschen zu lesen, wenn ich ihre Hände halte. Und ich hatte den inneren Impuls, unbedingt auch ihre Hände zu halten und ihre Aura und ihren Energiefluss zu spüren – wenn sich schon diese Begegnung so besonders anfühlte.

Normalerweise sehe ich mit meinem inneren Auge den Energiefluss von Menschen, wenn ich ihre Hände halte, wie von der Seite, fast wie eine Art innere Tomografie – wie einen Verlauf, den ich beobachten kann, eher dreidimensional: wie die Energie fließt, schnell oder langsam, nach oben oder nach unten, wo sie stockt, wie klar oder diffus sie ist, und ich spüre, wie die Lebensenergie der Person aktuell ist.

Doch als ich Kulanis Hände berührte, war es ganz anders. Ich sah den Energiefluss nicht mehr von außen, sondern erlebte ihn direkt auf mich zugehend – als würde diese Energie zwischen uns fließen.

Und ich dachte: Okay … das kenne ich so nicht. Es war kein dramatischer Moment. Kein „Oh mein Gott“. Eher dieses ruhige, klare Wahrnehmen: Hier ist etwas Besonderes. Etwas absolut Einmaliges.

Doch mein Verstand konnte es nicht einordnen – weil ich so etwas noch nie erlebt hatte.

Ich konnte zwar noch einige Informationen und Bilder für sie empfangen, aber sie waren für mich nicht so außergewöhnlich wie dieser Energiefluss zwischen uns.

Pasta, Wein und ein Tag voller Leichtigkeit

Am Abend kehrten wir zurück, kauften ein paar Zutaten und entschieden uns, Pasta zu machen.

Teig kneten, ausrollen, schneiden.
Klassische Musik im Hintergrund.
Gespräche, die weiterflossen.

Und immer wieder dieses Gefühl von Leichtigkeit. So, als müsste nichts entstehen – weil schon alles da ist. Nach dem Essen tranken wir noch Wein in unserer kleinen Küche mit schrägen Dächern, unter denen man kaum aufrecht stehen konnte. Wir redeten, tanzten, saßen auf dem Boden und ließen diesen wunderschönen Tag mit viel Leichtigkeit und Lachen ausklingen.

Ein Geschenk, von dem ich vorher nicht wusste, für wen es bestimmt war

Am nächsten Morgen war es Zeit, sich zu verabschieden. Und plötzlich war mir klar, für wen ich in Berlin dieses kleine Geschenk eingepackt hatte. Beim Packen vor der Reise war da dieser innere Impuls gewesen, etwas mitzunehmen. Ein Geschenk. Etwas Selbstgemachtes aus den Kräutern. Ohne zu wissen, für wen. Nur dieser leise Gedanke: Nimm es mit. Du wirst schon verstehen, für wen es ist.

Und mittlerweile frage ich bei solcher Intuition nicht mehr nach – ich folge ihr.

Und jetzt war es klar.

Dieses Geschenk war für Kulani. Ich gab es ihr – ganz selbstverständlich, ohne großes Nachdenken. Und fast im gleichen Moment bekam ich etwas von ihr zurück. Ein kleines Schmuckstück. Ein Herz.

Ich konnte meinen Augen kaum trauen, denn ich hatte dieses Herz mit Steinchen schon einmal gesehen. In einer tiefen Meditation. Damals hatte ich mich gefragt, ob ich es mir kaufen sollte. Und die Antwort aus meinem Inneren war gewesen: Es wird zu dir kommen. Und jetzt lag es einfach in meiner Hand. Ich konnte es kaum glauben.

Es weinte nicht der Körper. Es weinte die Seele.

Und dann kam der Abschied. Ein letzter Blick. Ein Winken am Gartentor. Und dann ging es weiter – Richtung Ravenna. Kaum war die nächste Ecke erreicht, liefen mir die Tränen über das Gesicht. Nicht eine, nicht ein paar – es floss, als hätte jemand plötzlich einen Wasserhahn aufgedreht. Völlig unkontrolliert.

Und es war nicht diese klassische Traurigkeit eines Abschieds. Es war etwas anderes. Ein sehr klares Zeichen:

Es weinte nicht der Körper. Es weinte die Seele.

Und während mein Verstand noch versuchte zu verstehen, was da gerade passierte, war auf einer anderen Ebene längst klar:

Das war nicht einfach nur eine Begegnung.

Auf diesen Tränenfluss war ich während der Fahrt kaum vorbereitet. Mein ganzer Helm war nass – und Naseputzen war auf der Motorradfahrt … sagen wir mal: logistisch schwierig. Also blieb nur eine Option: laufen lassen. Und so ging die Fahrt weiter: Der Verstand stand innerlich daneben und konnte es sich nicht erklären. Der Körper versuchte, den Tränenfluss irgendwie zu stoppen und gleichzeitig nicht komplett im eigenen Helm zu ertrinken. Die Emotionen waren auf einem ziemlich hohen Irritationsniveau.

Und die Seele war … tief bewegt.

Denn diese Begegnung war alles andere als alltäglich.

Manche Menschen fühlen sich ganz anders an

Bis Ravenna hatte ich genug Zeit, das Geschehene zu durchdenken.

Was war das?

Eine Seelenverwandtschaft?
Eine Verabredung?
Eine Erinnerung?

Ich bin ja schon seit Jahren hochsensibel und übersinnlich und weiß, dass es Begegnungen gibt, die sich wie eine Seelenverbindung anfühlen.

Das sind keine Zufälle. Keine netten Urlaubsbekanntschaften zwischendurch.

Sondern kleine – und manchmal auch große – Schlüsselmomente der Seele.

Diese Momente treffen dich wie ein Blitz.

Plötzlich. Unerwartet. Ohne Vorwarnung.

Es fühlt sich ein bisschen so an, als hätte das Leben für dich dein Lieblingsgericht bestellt – ohne dass du überhaupt wusstest, dass es dein Lieblingsgericht ist.

Oder du bestellst in einem fremden Land etwas völlig Unbekanntes … und es schmeckt genau nach dir.

Mit Menschen ist es ähnlich – nur geht es hier nicht um Geschmack, sondern um Wahrnehmung.

Es ist, als hätte man lange nach einem Puzzlestück gesucht, ohne genau zu wissen, wie es aussieht … und plötzlich passt eines, das auf den ersten Blick gar nicht dazu gehört, perfekt hinein.

Und oft beginnt es schon vorher. Dieses Gefühl von Vorfreude, das sich nicht erklären lässt. Mein Verstand hatte keinen Grund dafür – aber meine Seele wusste längst, worum es ging. Auch während der Begegnung fühlte sich alles unglaublich stimmig und vertraut an.

Wie wahrscheinlich ist es bitte, dass man in eine Stadt kommt, eigentlich Wert auf Privatsphäre legt – und dann genau auf dem gleichen Stockwerk mit einer Person landet, die zur gleichen Zeit da ist, genau das Gleiche vorhat … Zeichnen … und dann auch noch mit der gleichen inneren Ausrichtung: ein Buch schreiben?

Und plötzlich wird aus „Zufall“ etwas, das sich sehr bewusst anfühlt.

Ich muss das alles aufschreiben

In diesem Moment – und spätestens auf dem Weg nach Ravenna – war mir klar:

Ich muss das Erlebte für andere aufschreiben, denn so viele von uns sind übersinnlich, hochsensibel und zweifeln daran, ob wir richtig wahrnehmen, ob es das wirklich gibt …

Ich wusste noch nicht, wie genau ich an dieses Thema herangehen sollte, aber diese Entscheidung war nach der Begegnung mit Kulani absolut glasklar. Als hätte das Universum sie genau dafür geschickt – um dieses Vorhaben nicht nur zu verstärken, sondern es mich fühlen zu lassen.

Und dann erinnerte ich mich. Vor ein paar Jahren, während meiner Fortbildung im ThetaHealing, gab es eine Übung zur Seelenfamilie. In einer tiefen Meditation durfte ich meine Seelenfamilie kennenlernen. Eine unglaublich berührende Erfahrung – besonders, wenn man im eigenen Leben nicht immer diese tiefe, liebevolle Verbindung zu den Eltern gespürt hat. Und dort wurde mir auch gezeigt, dass ich ein Seelengeschwister habe. In Nordamerika. Ich habe mich damals gefragt, ob ich dieser Person jemals begegnen würde. Die Wahrscheinlichkeit schien … sagen wir: überschaubar.

Und jetzt, auf dieser Reise, kam dieser Gedanke plötzlich wieder hoch.

Könnte es sein?

Habe ich dieser Seele vielleicht gerade als Mensch begegnet?

Ich habe darauf keine Antwort.

Aber vielleicht geht es auch gar nicht darum, alles zu verstehen, sondern zu erleben.

Manche Begegnungen muss man nicht verstehen

Mit der Zeit habe ich gelernt, dass wir solche Begegnungen nicht analysieren müssen. Wir dürfen sie einfach erleben. Und die Liebe darin fühlen. Auch wenn sie nur einen Tag dauert. Auch wenn sie danach Tränen hinterlässt … oder sogar ein zerbrochenes Herz.

Denn wenn man ehrlich ist: Welche Verbindung dauert schon für immer? Jede Beziehung endet irgendwann. Entweder durch Trennung … oder durch den Tod. Und trotzdem gehen wir sie ein. Mit dem Wissen, dass sie endlich ist. Und gut, wenn dieses „Ende“ erst nach ganz vielen Jahrzehnten kommt, aber manchmal kommt es früher …

Und ich kann aus meiner Erfahrung sagen: Es fühlt sich nicht besonders gut an, übersinnlich zu sein, wenn man eine Beziehung eingeht und bereits weiß, dass sie nicht bis ins hohe Alter dauern wird …

Was wäre, wenn jeder Mensch die Zukunft kennen würde? Was, wenn du wüsstest, wann deine Beziehung zu Ende geht? Würdest du sie eingehen, wenn die Antwort nicht allzu attraktiv erscheint?

Ich stand bereits vor so einer Wahl – und sogar zweimal. Ich wusste, dass die Beziehung enden würde, und das in der Verliebtheitsphase zu wissen, war definitiv nicht einfach.

Aber ich habe mich jedes Mal dafür entschieden. Zu lieben. Ganz.

Und ich habe es nie bereut.

Denn das, was bleibt, ist nicht die Dauer. Es sind die Gefühle. Und die sind es definitiv wert.

Ich erlebe es immer wieder in meiner Arbeit mit Reinkarnationstherapie: Was aus früheren Leben bleibt, sind selten Fakten. Es sind Momente:

Ein Lächeln.
Ein Blick.
Ein Gefühl von Geborgenheit.
Eine Fahrt bei Sonnenaufgang neben einem geliebten Menschen.

Diese Dinge trägt die Seele weiter. Nicht die Häuser, nicht die Titel und sogar nicht die Erfolge.

Und wenn man auf einer inneren Reise ein früheres Leben innerhalb von ein paar Stunden anschaut, dann merkt man, was im Leben wirklich zählt. Und es ist erstaunlich, was man in diesem Rückblick als „wichtig“ in dem früheren Leben erlebt.

Das Leben geht viel zu schnell vorbei. Am Anfang kann es uns nicht schnell genug gehen und danach nicht langsam genug. Und was am Ende bleibt, sind diese Momente der Liebe, Leichtigkeit und Lebendigkeit.

Und falls du noch keine innere Reise in eines deiner früheren Leben erlebt hast, lege ich dir das ans Herz. Denn auf diesen Reisen wird vieles klar – nicht nur über das aktuelle Leben, sondern über das Leben im Allgemeinen.

Diese kleinen Momente sind es, die unseren inneren Himmel zum Leuchten bringen. Wie kleine Sterne, die bleiben.

Und vielleicht geht es im Leben genau darum: Diese Momente zu erleben. Sie zuzulassen. Und sie in uns zu bewahren.

Egal, ob sie einen Tag dauern. Oder eine Stunde. Denn wenn die Seele sich wirklich berührt fühlt – dann ist es echt.

Und weißt du, was ich dir sagen möchte?

Diesen einen Tag in Verona … den werde ich bis zu meinem letzten Atemzug in mir tragen. Und allein das war es wert.

Manche Menschen bleiben nur einen Augenblick in unserem Leben – und hinterlassen trotzdem etwas, das für immer bleibt. Vielleicht misst sich die Bedeutung einer Begegnung nicht daran, wie lange sie dauert, sondern daran, wie tief sie unsere Seele berührt.

Erkenntnis dieses Tages

Ich freue mich auf Deine Gedanken zu meinem Blogartikel.

Hat dich etwas in diesem Artikel berührt oder erinnert dich meine Erfahrung an etwas, das du selbst erlebt hast? Teile es gerne in den Kommentaren.

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