Wenn ein Ort zu dir spricht
Mit einer Mischung aus leiser Nachwirkung und Neugier erreichten wir Ravenna.
Der Abschied aus Verona lag mir noch im Körper – nicht mehr als Schmerz, eher wie ein Echo. Etwas, das noch nachklang, ohne dass ich es festhalten musste.
Vielleicht war genau deshalb die Stimmung anders. Ruhiger. Offener.
Ravenna empfing uns mit Regen.
Und für die Reise auf dem Motorrad hieß es erst einmal: warten. Laut Wetterbericht sollte das vier bis fünf Tage dauern. Innerlich war ich fast froh darüber, denn Ravenna war seit vielen Jahren eine „Must-See“-Stadt für mich in Italien.
Unser Gastgeber, Sergio, ein älterer italienischer Herr, sprach kaum Englisch und verließ sich vollständig auf Übersetzungs-Apps – was unsere Kommunikation … sagen wir mal, kreativ machte.
Die Wohnung selbst war überraschend großzügig. Sogar ein kleines Arbeitszimmer gab es – ein Raum zum Arbeiten, Sitzungen abhalten, Nachdenken und Sortieren. Unsere Wohnung lag im Erdgeschoss, Sergio wohnte im ersten Stock, und das ganze Haus strahlte eine Wärme aus. Ich hatte sofort das Gefühl, dass hier einmal eine Frau gelebt haben muss, die viel Liebe in diesen Ort gebracht hat.
So sehr, dass ich meine Räucherrituale – die ich sonst in jeder Unterkunft für „good energy“ mache – diesmal einfach ausgelassen habe.
Warum ich unbedingt nach Ravenna wollte
Ich war unglaublich gespannt auf Ravenna, seine Kirchen und Mosaiken. Der Wunsch, hierherzukommen, hatte eine lange Vorgeschichte. Schon als Jugendliche hatte ich unzählige Fragen. Nicht diese kleinen Alltagsfragen, sondern die großen: über das Leben, über Gott, über das, was dahinter liegt.
Meine Mutter – Wissenschaftlerin und Dozentin an einer medizinischen Universität – hielt die Kirche damals für einen guten Ort, um Antworten auf solche Fragen zu finden. In der Ukraine, meiner Heimat, war Religion keine Selbstverständlichkeit im Schulalltag, also meldete sie mich im Kloster zur Sonntagsschule an.
Und so verbrachte ich viele Sonntage dort. Ich lernte die Abläufe der Messe, die Theorie der Religion, heilige Schriften, Gebete und Lieder. Vieles konnte ich irgendwann auswendig. Aber die Antworten auf meine inneren Fragen … blieben aus.
Ich bekam oft Worte zurück – aber selten das Gefühl, wirklich etwas verstanden zu haben.
Vielleicht war genau das der Moment, in dem etwas in mir beschlossen hat, weiterzusuchen – auch außerhalb der Religion.
Meine Neugier führte mich später zum Studium der Psychologie und Pädagogik.
Und als ich ein Nebenfach wählen sollte, entschied ich mich für byzantinische Kunstgeschichte – ganz pragmatisch, weil mir vieles bereits vertraut war und ich dachte, dort weniger lernen zu müssen.
Und irgendwann wollte ich all diese Mosaiken, die ich nur aus Büchern kannte, mit eigenen Augen sehen. Damals im Studium war mir diese Reise finanziell nicht möglich – und nun war genau der Moment gekommen, das nachzuholen, was lange ein leiser Wunsch geblieben war.
Eigentlich war ich nur im Touristenmodus
Ich bin nicht nur hochsensibel und übersinnlich, sondern habe auch viele Jahre wissenschaftlich gearbeitet. Mein analytisches Denken ist stark – genauso wie meine Neugier für Geschichte und Zusammenhänge.
Deshalb hatte ich die Tage in Ravenna ziemlich genau durchgeplant: Museen, Kirchen, bekannte Mosaiken – alles, was in dieser Zeit möglich war. Mit dem Regen war das sogar ein ziemlich perfekter Plan.
Ich war nicht auf der Suche nach spirituellen Erfahrungen. Nicht nach besonderen Wahrnehmungen. Ich war im Touristenmodus. Mit Interesse. Mit Struktur. Mit Plan.
Auf meiner Liste stand auch das Mausoleum der Kaiserin Galla Placidia.

Und dann stand ich dort. Von außen unscheinbar. Fast schlicht. Kein großes Wow-Erlebnis. Für mich zunächst einfach ein weiteres historisches Denkmal auf meiner Liste – eines von vielen, die ich in Ravenna sehen wollte. Wenn man hineingeht, erwartet man eigentlich nicht viel. Der Raum ist klein. Wirklich klein. Vielleicht gerade groß genug, dass eine Besuchergruppe darin stehen kann.
Vorne, rechts und links stehen die Sarkophage. Schwere, steinerne Gräber. Und darüber spannt sich die Kuppel – dunkelblaues Mosaik, durchzogen von goldenen Sternen. Fast wie ein Nachthimmel.
Und dann passiert etwas.
Ganz leise.
Man kommt aus der Stadt, aus Gedanken, aus Bewegung – vielleicht noch halb im Kopf, so wie man eben ist, wenn man ein Museum betritt.
Und plötzlich … werden die Gedanken leiser.
Nicht, weil man sie bewusst stoppt, sondern weil sie einfach weniger werden.
Und gleichzeitig wird etwas anderes lauter.
Gefühle.
Wahrnehmung.
Ein inneres Spüren.
Hier geht es nicht darum, etwas anzuschauen
Ich setzte mich auf einen der Stühle am Rand und merkte sehr schnell:
Hier geht es nicht darum, etwas anzuschauen.
Hier geht es darum, etwas zu fühlen.
Es war keine überwältigende Energie.
Eher das Gegenteil.
Eine Ruhe, die so klar war, dass sie fast greifbar wurde.
So, als würde der Raum selbst sagen: Du kannst jetzt einfach sein.
Ich saß dort und hatte das Gefühl, dass sich in mir etwas neu sortiert – ohne Anstrengung, ohne Technik, ohne „ich muss jetzt meditieren“.
Es passierte einfach.
Und ich merkte, wie ich bleiben wollte.
Nicht, weil es spektakulär war – sondern weil es stimmig war.
Ich ging kurz hinaus – fast überrascht darüber, dass ich an einem Ort, der äußerlich gar nicht so besonders wirkte, innerlich so viel wahrnahm.
Und dann zog es mich wieder hinein.
Wie ein Magnet.
Es gab nicht viel zu sehen – und genau deshalb wollte ich einfach nur dort sein.
Ein Gefühl wie nach Hause kommen.
Diese angenehme Schwere, bei der man merkt, dass man etwas ablegen darf. Sich sicher fühlt. Geborgen.
Mein Kopf registrierte:
Hier ist etwas besonders.
Unter der Kuppel
Als die nächste Touristengruppe den Raum verließ, stellte ich mich in die Mitte unter die Kuppel. Dort war ein Kreis aus Stein im Boden eingelassen. Ich stellte mich hinein.
Und plötzlich spürte ich es noch deutlicher. Wie eine Verbindung zwischen oben und unten.
Zwischen dem Boden unter meinen Füßen und der Kuppel über meinem Kopf.
Wie eine Säule.
Ohne es bewusst zu wollen, schloss ich die Augen und glitt in eine leichte Trance.
Ich wollte nichts mehr analysieren.
Ich wollte nur noch fühlen, da sein, auftanken – was auch immer das war.

Ich habe einfach diesem inneren Gefühl vertraut, hier sein zu wollen und nicht weggehen zu wollen. Am liebsten hätte ich mich hingekniet – habe es mich aber nicht getraut. Also ging ich mit den Händen nach unten und berührte den Boden. Meine Handflächen begannen zu vibrieren, als würde ich eine Energiequelle berühren.
Menschen kamen und gingen. Natürlich habe ich mich kurz gefragt, was sie wohl denken, wenn ich hier den Boden berühre. Aber irgendwann war es mir egal. Ich war in meinem eigenen Tunnel.
Eine Botschaft, mit der ich nicht gerechnet hatte
Ich weiß nicht, wie lange ich dort stand. Als die nächste Touristengruppe mit lauten Stimmen in dieses kleine Mausoleum hereinkam, musste ich zur Seite gehen. Also ging ich wieder hinaus und merkte, dass ich leicht schwankte und eigentlich gar nicht von diesem Ort weggehen wollte.
Also ging ich noch einmal hinein, sobald die Touristengruppe das Mausoleum wieder verlassen hatte. Immerhin gab es dort nicht allzu viel zu sehen. Aber für mich absolut viel zu fühlen.
Diesmal ging ich wieder hinein mit einer Frage. Denn wenn dieser Ort mich so berührte, dann wollte ich verstehen, warum – und was er mir sagen wollte.
Ich hielt mein Herz und meine Sinne für eine Botschaft dieses Ortes offen und bekam ein Wort:
„Expand.“
Kein Satz. Keine Erklärung. Nur dieses eine Wort.
Für meinen analytischen und neugierigen Verstand war das natürlich zu wenig. Aber egal, wie ich meine Frage nach einer Botschaft oder Erklärung innerlich neu formulierte – die geistige Welt kann manchmal erstaunlich konsequent und stur sein.
Expand.
Expandiere.
Werde größer.
Erreiche mehr.
Für mich war es eine ganz klare Botschaft: Wachse. Erreiche mehr Menschen.
Diese Botschaft brachte mich zum Schmunzeln. Natürlich sagt das eine Kaiserin. Sie weiß, wovon sie spricht.
Später besuchte ich noch weitere Kirchen.
Ich stellte mich auch dort in die Mitte unter die Kuppel, fühlte hinein … aber es war nicht annähernd vergleichbar.
Es war anders.
Schön – ja. Aber nicht vibrierend. Würdevoll – aber nicht verbindend.
Am Ende der Reise wollte ich noch einmal zurück. Doch innerlich kam eine klare Aussage:
Du hast bekommen, was du brauchst.
Jetzt geh.
Jetzt komm ins Tun.
Expand.
Natürlich war ich in den nächsten Tagen mit meinen Gedanken viel bei Kaiserin Galla und habe einiges über sie gelesen. Und je mehr ich las, desto faszinierender fand ich diese Frau. Galla Placidia war die Tochter des römischen Kaisers Theodosius I., Schwester des Kaisers Honorius und später Regentin für ihren Sohn Valentinian III. – und damit eine der mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Ihr Leben spielte sich in einer Epoche voller politischer Umbrüche ab, und dennoch hinterließ sie gerade in Ravenna deutliche Spuren. Auch das kleine Mausoleum, wurde von ihr in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts in Auftrag gegeben – auch wenn sie dort vermutlich nie bestattet wurde.
Aber dann merkte ich: Den Kopf mit Informationen zu füttern kommt nicht annähernd an das heran, was die Seele an so einem Ort erfährt.
Es gibt Orte, die mehr sind.
Für manche Menschen – besonders für Hochsensible – sind bestimmte Orte, aber auch Elemente der Natur oder Bäume o.ä. wie kleine Tankstellen. Das sind Orte und Stellen auf der Erde – oder, wenn man Glück hat, direkt in der eigenen Umgebung –, die einen mit guter Energie auftanken. Als wäre der eigene Akku leer gewesen und würde dort plötzlich wieder neue Energie bekommen.
Es gibt natürlich auch Orte, die Energie entziehen. Auch bestimmte Baumkonstellationen können zum Beispiel eine solche Wirkung haben. An diesen Stellen kann es gut sein, etwas loszulassen. Und auch dadurch kann man wieder zu neuer Kraft kommen, wenn man vorher von etwas belastet war.
Es gibt auch Orte, die einfach guttun und uns zur Ruhe kommen lassen. Dabei geht es nicht nur darum, im Urlaub zu sein – obwohl Salzwasser bekanntlich wohltuend auf das Energiefeld eines Menschen wirken kann, genauso wie die Natur.
Oder es kann, wie in meinem Fall, ein kleines Mausoleum sein, das von außen völlig unscheinbar wirkt.
Und vielleicht ist genau das das Entscheidende: Man findet diese Orte nicht immer bewusst. Manchmal zeigen sie sich einfach. Genau dann, wenn man nicht damit rechnet.

Der Regen war vorbei, und wir fuhren weiter Richtung Toskana. Während der Fahrt habe ich viel über Kraftorte nachgedacht.
Wobei ich gar nicht sicher bin, ob man solche Orte überhaupt als Kraftorte bezeichnen kann. Denn Kraftorte – so würde man denken – geben einem Kraft. Und woran sollen wir diese Kraft messen? Und ich würde auch nicht sagen, dass mir mein Erlebnis im Galla-Mausoleum einfach nur innere Kraft gegeben hat.
Was ich dort am stärksten gespürt habe, war etwas anderes: die Verbindung zu der Energie dieser Frau, dieser Kaiserin – zu ihrer Geschichte, ihrer Präsenz, ihrer Kraft. Und zu ihrer Botschaft, zu expandieren, die sich für mich sehr kraftvoll angefühlt hat.
Es fühlte sich fast so an, als würde das Universum mit mir Schnitzeljagd spielen und an bestimmten Orten kleine Hinweise, Geschenke oder Botschaften für mich hinterlassen, die meine Hochsensibilität sofort lesen kann.
Ich habe die Touristen an diesem Ort teilweise beobachtet und mich gefragt: Können sie das auch spüren? Mein Freund konnte es nicht. Und so kam ich zu dem Schluss: Nicht jeder Mensch hätte in diesem Mausoleum dasselbe gespürt wie ich. Für mich fühlte es sich so an, als hätte dieser Ort eine bestimmte Vibration, eigene Wellen – und mein inneres Radiogerät konnte sie empfangen. Als wäre es für mich bestimmt gewesen.
Vielleicht ist jeder Mensch energetisch auf eine bestimmte Wellenlänge eingestellt. Und manchmal trifft man auf einen Ort, der genau auf dieser Wellenlänge sendet. Als würde dort ein Telefon stehen – und genau für dich klingelt es. Oder dort kann die geistige Welt dich einfach am besten erreichen.
Was ich verstanden habe: Alles ist sehr individuell. Jeder Mensch ist anders – und vermutlich auch jede übersinnliche Wahrnehmung.
Natürlich gibt es bestimmte Schwingungen, die viele Menschen wahrnehmen können. So wie es Bücher, Geschichten oder Gemälde gibt, die vielen gefallen und viele Herzen berühren. Aber dann gibt es auch Werke, die nur wenige – dafür aber tief – berühren. Und genauso, glaube ich, ist es auch mit solchen Orten.
Nicht jedes Gericht schmeckt jedem.
Nicht jeder Mensch wird an einem Ort dasselbe wahrnehmen.
Nicht einmal die Sonne gefällt allen. Oder Regen. Oder das Meer.
Für mich wurde klar: Einen eigenen Kraftort zu finden ist eine sehr persönliche, innere Reise.
Meine erste Erfahrung mit einem solchen Ort
Ich kann mich sehr gut daran erinnern, als ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas Ähnliches erlebt habe wie im Mausoleum von Kaiserin Galla in Ravenna. Damals war es im Lavra-Kloster in Kiew, wo ich zur Sonntagsschule ging.
Dort, auf dem riesigen Klostergelände – fast wie eine kleine Stadt mitten in Kiew – gibt es unterirdische Höhlen, in denen zahlreiche Grabnischen mit den Reliquien von über 120 heiligen Mönchen liegen. Sie wurden in Nischen in den Wänden bestattet. Es gibt zwei große Höhlenkomplexe, die Ende des 11. Jahrhunderts entstanden sind. Die Gesamtlänge der unterirdischen Gänge umfasst mehrere hundert Meter und ist in die „Nahen“ und die „Fernen“ Höhlen unterteilt. Es ist ein riesiges Gelände, aber nur ein paar Quadratmeter davon waren für mich ein „Kraftort“.
Und wenn ich in diese Höhlen hineinging – dazu muss ich sagen, dass es sich um einen bestimmten Gang, an einer ganz bestimmten Stelle handelte –, vibrierte mein ganzer Körper. Es war total faszinierend für mich als Jugendliche, denn an dieser eigentlich gar nicht so besonderen Stelle fiel ich jedes Mal in eine Art Trance, ohne etwas dafür tun zu müssen. Ohne damals überhaupt zu wissen, was ein Trancezustand ist.

Ich konnte es weder verstehen noch nachvollziehen, aber ich war regelrecht süchtig danach, dieses Gefühl wieder zu erleben. So wie Jugendliche es spannend finden, die Wirkung von Alkohol zu entdecken – was mich persönlich nie angezogen hat –, fand ich es faszinierend, unterirdisch zwischen den bestatteten Mönchen zu stehen, deren Reliquien teilweise offen in Schreinen liegen, und dabei dieses benebelte, vibrierende Gefühl im Kopf wahrzunehmen.
Für meine Eltern sah es wahrscheinlich so aus, als wäre ich besonders gläubig, wenn ich jeden Sonntag in dieses Kloster und in dessen Höhlen ging. Aber in Wahrheit suchte ich dort nicht den Glauben, sondern etwas ganz anderes: diesen besonderen Zustand und diese Wahrnehmung.
Selbst als ich schon in Deutschland lebte und studierte, war es jedes Mal so, wenn ich meine Eltern in Kiew besuchte: Ich musste unbedingt wieder in dieses Kloster. Wieder in diese unterirdischen Höhlen. Denn über viele Jahre hat sich dort für mich nichts verändert: Ich schließe die Augen und merke, wie mein Körper anfängt zu vibrieren und zu schwanken. Die Gedanken werden langsamer – oder verschwinden ganz.
An dieser spezifischen unterirdischen Stelle kann ich nicht einmal denken, denn diese Vibration ist so stark, dass ich automatisch mehr in die Wahrnehmung und weniger in den Kopf komme. Diese Stelle befindet sich in einem engen Gang, und manchmal muss ich mich sogar an der Wand festhalten, so stark ist dieses Schwanken.
Zum Glück sind die unterirdischen Wege dort so eng, dunkel und verwinkelt, dass es kaum jemandem auffällt, dass ich dort nicht ganz stabil stehen kann.
Wenn Hochsensibilität zum Geschenk wird
Und genau diese besondere Wahrnehmung, die ich bis dahin nur aus Kiew kannte, konnte ich in Ravenna wieder spüren. Das war ein absolutes Geschenk für mich!
Sehr ähnlich wie in Kiew und für mich genauso kostbar. Vor allem auch deshalb, weil durch die aktuelle politische Lage die Reise nach Kiew und der Zugang zu diesen Höhlen nicht mehr möglich ist.
Wenn man als ganz normaler Tourist durch Ravenna geht und plötzlich einen Ort findet, an dem man solche feinen, tiefen, wunderschönen Empfindungen wahrnehmen kann, dann fühlt sich das wirklich wie ein Geschenk an. Wie etwas sehr Besonderes.
Es braucht dann keine Meditation, keine Rauschmittel, kein aktives Tun.
Es reicht, am richtigen Ort zu sein und sich in diese Wahrnehmung fallen zu lassen.
In diese Vibration.
In dieses stille, vollständige Gefühl, das ganz sanft flüstert:
Hier möchte ich bleiben.
Noch ein bisschen.
So lange wie möglich.
Doch jede Gabe hat auch eine Kehrseite
Nach dieser Erfahrung in Ravenna war ich wirklich beflügelt und fühlte mich beschenkt.
In solchen Momenten dachte ich:
Wie wundervoll ist es eigentlich, hochsensibel und übersinnlich zu sein.
Was ich damals noch nicht geahnt habe:
wie schnell sich ein Segen in einen Fluch verwandeln kann.
Denn diese Gabe hat auch eine Kehrseite.
Und sie kann sich nicht nur wie ein Segen, sondern auch wie ein absoluter Fluch anfühlen.
Und genau damit begann meine Drama-Geschichte in der Toskana.


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